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Vorurteile und Gerüchte gegenüber Facebook

Gerade in Deutschland existieren sehr viele Bedenken, Vorurteile und Gerüchte gegenüber Facebook, die dazu beitragen, dass sich viele Menschen der Plattform Facebook regelrecht verweigern. In diesem Artikel möchten wir gerne auf die größten Vorurteile eingehen.

„Das machen doch nur junge Leute!“

Weit gefehlt, das war vielleicht in den Anfangsjahren so. Zahlreiche Studien, wie z.B. von Socialbakers kommen zu einem überraschenden Ergebnis: Das Durchschnittsalter eines Facebooknutzers liegt bei 38,7 Jahren. Das heißt im Klartext, dass 50 % der Facebooknutzer älter sind als 38,7 Jahre. Die Studien kommen noch zu einem zweiten überraschenden Ergebnis: Das größte Wachstum verzeichnet Facebook in den Altersgruppen ab 44 Jahren.

Ein Argument für die zunehmende Nutzung von Facebook in höheren Altersgruppen über 60 oder 70 Jahren ist auch, dass der Mensch immer schlechter zu Fuß wird. Früher war man mit körperlichen Gebrechen oder schweren Krankheiten zu Hause isoliert. Mit der heutigen Social Media Technologie kann man weiterhin am normalen sozialen Leben z.B. via Facebook teilhaben. Noch nie war es einfacher mit seinen Kindern und Enkeln in Kontakt zu bleiben und an ihrem alltäglichen Leben teilzuhaben, wie über Facebook.

„Da steht doch nur Mist drin, man liest nur Nichtigkeiten!“

Ein sehr häufiger Einwand, der jedoch genaugenommen ein Eigentor ist. Facebook ist eine technische Infrastruktur zur Kommunikation. Wenn ich mich mit niemandem vernetze, ist es leer, ich sehe keinerlei Inhalte. Genauso wie beim Telefon: Wenn ich mit niemandem verbunden bin und den Telefonhörer abhebe, höre ich nichts. Auf Facebook vernetzen sich Menschen mit ihrem normalen sozialen Umfeld und konsumiert deren Inhalte. Wer also behauptet, es gibt auf Facebook nur Schwachsinn zu lesen, sollte sich seinen Freundeskreis etwas genauer ansehen. Unser nicht ganz ernstgemeinter Tipp: Vernetzen Sie sich ausschließlich mit Atomphysikern, dann werden Sie höherwertige Inhalte sehen.

Die Nichtigkeiten in sozialen Netzwerken, über die sich immer sehr viele Menschen beschweren fallen auf Facebook nur deswegen so ins Auge, weil sie dort geschrieben stehen. Unser alltäglicher Smalltalk, den wir mit Freunden und Bekannten pflegen, ist nunmal oft nicht so hochwertig, wie wir es uns gerne vormachen. Zählen Sie einfach einmal die wirklich substantiell wertvollen Gespräche, die Sie in den letzten Tagen so geführt haben.

„Das ist nur ein weiterer Hype, der irgendwann vorbei ist!“

Um 50 Millionen Nutzer zu erreichen hat Radio 38 Jahren, Fernsehen, 13 Jahre, das Internet 4 Jahre benötigt. Facebook gewann über 200 Millionen Nutzer in nur einem Jahr. Aktuell nutzen 1,2 Milliarden Menschen Facebook. Hier kann man nicht mehr über einen Trend sprechen. Die Art wie wir kommunizieren und wie wir mit Freunden und Bekannten Erlebnisse und Inhalte teilen hat sich grundlegend geändert.

„Ich habe Angst um meine Daten, es gibt einen Datenschutzskandal nach dem anderen!“

Facebook ist ein Anbieter von Infrastruktur zur Kommunikation und im Gegensatz zur deutschen Telekom möchte Facebook keinerlei Gebühren von Ihnen haben. Irgendwie muss die Plattform aber Geld verdienen und dass macht Sie mit ihren Daten. Eine Abwägung von Vor- und Nachteilen dieser Vorgehensweise würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, aber unserer Meinung nach hat die Verwertung ihrer Daten keinerlei negative Auswirkungen für Sie. Oder ist es wirklich so schlimm, dass Facebook weiß, dass sie gerne lesen, schwimmen, in Wolfsbüttel wohnen und in einer Beziehung mit Heike Mustermann sind? Wenn das schlimm ist, geben sie diese Daten einfach nicht preis, einfache Sache. Davon abgesehen: Haben Sie vor 20 Jahren über den Datenschutz nachgedacht, als Sie mit ihren Freunden und Bekannten telefoniert haben?

Das Prinzip „Kommunikation überwachen“ ist schon immer das Gleiche, nur das Kommunikationsmittel hat sich geändert.
Sie können davon ausgehen, dass sich Facebook größte Mühe gibt, dass es keine Datenschutzskandale gibt. Grund: Facebook verdient damit Geld, dass Sie sich als privater Nutzer wohl fühlen und möglichst viel Zeit auf der Plattform verbringen. Alle Dinge, die Ihr „Wohlfühlen“ auf der Plattform stören, wird Facebook aus seiner eigennützigen, unternehmerischen Sicht versuchen zu beseitigen.

Fazit

In Deutschland tendieren wir dazu mit Neuheiten immer sehr negativ umzugehen. Während der amerikanische Geschäftsmann Facebook mit dem Gedanken „Wie kann ich damit Geld verdienen“ herangeht, tendiert der deutsche Geschäftsmann zum Gedanken „Was ist daran schlecht?“.

Die amerikanische Privatperson geht mit dem Gedanken „Toll, ich kann dort mit meinen Freunden kommunizieren, es macht Spaß und es ist kostenlos“ an die Plattform Facebook, die deutsche Privatperson frägt sich oft als erstes „Wie kann es mir schaden“.

Wir empfehlen eine gesunde Mischung aus beiden Mentalitäten und sich dem Thema Social Media mehr zu öffnen. Es finden dort keine grundlegend neue Sachen statt, alles was auf Facebook passiert, gab es schon einmal in einer anderen Form (Facebook als Infrastruktur vgl. Telefon).

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